Als ich mich für die Gymnasium-Aufnahmeprüfung angemeldet habe, wusste ich ehrlich gesagt nicht genau, was auf mich zukommt. Ich hatte viele Fragen: Wie schwierig ist die Prüfung wirklich? Wie viel muss man lernen? Und reicht meine Vorbereitung überhaupt aus?
Heute, nachdem ich die Gymiprüfung erfolgreich bestanden habe, weiss ich, welche Dinge mir wirklich geholfen haben und welche Fehler ich im Nachhinein vermeiden würde. Genau diese Erfahrungen möchte ich in diesem Beitrag teilen.
Meine Ausgangslage
Ich kann mich noch gut erinnern, ich befand mich in der 6. Klasse. Jedem Schüler war bewusst, dass die Gymiprüfung in 2 Wochen geschrieben wird. Ich war nervös, aber der Fakt, dass ich mich viel vorbereitet habe, hat mir Selbstbewusstsein geschenkt. 2 Wochen vergehen, ich hatte die Prüfung geschrieben, und nach etwa 3 Wochen bekam ich den Brief, der mir mitteilte, dass ich die Gymiprüfung bestanden hatte. Ich war der glücklichste Mensch der Welt. Hier sind meine wichtigsten Erkenntnisse und Tipps, damit du oder dein Kind auch diese Prüfung erfolgreich absolviert.
Was mir am meisten geholfen hat:
Vornoten
Die fast schon wichtigste Eigenschaft, die mitverantwortlich für meinen Erfolg war: meine Vornoten. Die Noten, die ein Kind im letzten Semester der 6. Klasse Primarschule schreibt, fliessen in die Bewertung der Gymiprüfung ein. Man sagt so schön, “It either makes you or breaks you”, und bei Vornoten finde ich diesen Spruch relativ passend. Die Vornoten können entweder eine riesige Stütze sein, bei einer nicht so gut gelaufenen Gymiprüfung, oder eben der Grund sein, warum man sie nicht besteht.
Alte Prüfungen lösen
Einer der grössten Vorteile bei der Vorbereitung war für mich das Lösen von alten Gymiprüfungen. Dadurch habe ich nicht nur den Schwierigkeitsgrad besser erfühlen können, sondern auch verstanden, wie die Aufgaben gestellt werden. Nach einigen Übungsprüfungen wusste ich viel besser, worauf die Lehrpersonen Wert legen und welche Themen besonders häufig vorkommen. Ausserdem wurde ich mit jeder gelösten Prüfung sicherer und konnte meine Nervosität deutlich reduzieren. Ich habe mir ebenfalls zeitlich ein Limit gesetzt und eine reale Gymiprüfung simuliert.
Regelmässig statt kurzfristig lernen
Zu Beginn dachte ich, dass ich kurz vor der Prüfung einfach intensiver lernen könnte. Zum Glück hat meine Mutter mir den sehr schlauen Rat gegeben, dass es viel effektiver ist, mehrmals pro Woche für eine überschaubare Zeit zu lernen. Das tat ich und so blieb der Stoff besser im Gedächtnis und ich musste kurz vor der Prüfung nicht alles auf einmal wiederholen. Kontinuität war für mich deutlich wichtiger als einzelne lange Lerntage.
Fehler analysieren
Nach jeder Übungsprüfung habe ich mir genau angeschaut, welche Aufgaben ich falsch gelöst hatte. Anfangs war ich enttäuscht über meine Fehler, später habe ich gemerkt, dass genau diese Fehler meine grösste Lernchance waren. Ich versuchte zu verstehen, warum ich etwas falsch gemacht hatte, und löste ähnliche Aufgaben noch einmal. Dadurch machte ich dieselben Fehler immer seltener.
Einen Lernplan erstellen
Ein Lernplan hat mir geholfen, den Überblick zu behalten. Statt jeden Tag spontan zu entscheiden, was ich lernen möchte, wusste ich bereits im Voraus, welches Thema anstand. Das nahm mir viel Stress und sorgte dafür, dass ich alle Themen rechtzeitig wiederholen konnte. Gleichzeitig blieb genügend Zeit für Pausen und Freizeit.
Nachhilfe gezielt nutzen
Nicht jedes Thema verstand ich sofort. Anstatt stundenlang allein zu versuchen, eine Lösung zu finden, holte ich mir bei schwierigen Themen Unterstützung. Die Nachhilfe half mir nicht nur dabei, Wissenslücken zu schliessen, sondern erklärte viele Inhalte einfacher und verständlicher, als ich sie allein verstanden hätte. Dadurch gewann ich schnell mehr Sicherheit.
Den Prüfungstag nicht unterschätzen
Die Vorbereitung ist wichtig, aber auch der Prüfungstag selbst spielt eine grosse Rolle. Ich habe darauf geachtet, am Vorabend genügend zu schlafen und morgens ausreichend Zeit zu haben. Während der Prüfung begann ich mit den Aufgaben, die mir leichtfielen. Das gab mir Selbstvertrauen und verhinderte, dass ich gleich zu Beginn in Stress geriet.
Disziplin über Motivation
Fleiss gehört bei der Vorbereitung auf die Gymiprüfung unbedingt dazu. Schlussendlich bringen diese Punkte nicht viel, wenn man nicht bereit ist, regelmässig Arbeit zu investieren. Es gab während meiner Vorbereitung viele Tage, an denen ich überhaupt keine Lust hatte, Mathematik zu üben oder einen Aufsatz zu schreiben. Gerade an solchen Tagen war es besonders wichtig, trotzdem anzufangen.
Ich habe dabei gelernt, dass Motivation nicht zuverlässig ist. Manchmal war ich sehr motiviert und konnte lange konzentriert lernen. An anderen Tagen fiel mir schon der erste Schritt schwer. Hätte ich immer darauf gewartet, motiviert zu sein, wäre ich mit meiner Vorbereitung wahrscheinlich nicht weit gekommen. Deshalb half mir eine feste Lernroutine. Ich wusste im Voraus, an welchen Tagen und wie lange ich lernen wollte. Dadurch musste ich nicht jedes Mal neu entscheiden, ob ich heute Lust darauf hatte.
Disziplin bedeutet für mich nicht, jeden Tag stundenlang zu lernen oder nie eine Pause zu machen. Es bedeutet vielmehr, auch an schwierigen Tagen zumindest einen kleinen Teil der geplanten Arbeit zu erledigen. Manchmal waren das nur zwanzig Minuten oder einige wenige Aufgaben. Trotzdem blieb ich dadurch im Rhythmus und verlor nicht den Anschluss.
Fazit
Rückblickend war diese Regelmässigkeit einer der wichtigsten Gründe, warum ich die Gymiprüfung bestanden habe. Motivation kann den Anfang erleichtern, aber Disziplin sorgt dafür, dass man langfristig dranbleibt. Mein wichtigster Tipp lautet deshalb: Warte nicht auf den perfekten Moment. Fang mit einer kleinen Aufgabe an und arbeite Schritt für Schritt weiter.
Wenn du wissen möchtest, wie du ohne Motivation lernen kannst, dann entdecke jetzt unseren Blogbeitrag zu diesem Thema: Motivation: Wie man sie nicht dem Zufall überlässt.




